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Hamburg-Reise
der Freunde Historischer Schiffe

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

von Lucy Preller
Ein ganz persönlicher Reisebericht
über drei beeindruckende Tage

Die ersten Ankündigungen dieser Fahrt kamen, glaub' ich, im Herbst 2002. Erster Gedanke, bin zwar neues Mitglied und im Vorstand des Vereins, aber Hamburg kenn' ich ja schon, und sooo viele Schiffe ......? Nächstes bewusst registriertes E-Mail im Jänner 2003 mit genauem Programm. Abflug am 4. April 7.20 Uhr!!!!! Ein blanker Horror für einen Abendmenschen, und trotzdem: Die Neugier hat mich gepackt. Zu verlockend ist das Angebot, denn es verspricht mir ein anderes Hamburg zu zeigen! Hier gleich ein ganz großes Dankeschön an den Organisator der Aktion, Oliver Trulei, und allen, die ihm hilfreich zur Seite standen.

Was wurde nicht alles aufgeboten, um die Reisegruppe zufrieden zu stellen. Abgesehen davon, dass die Informationen für alle exakt und aufschlussreich waren, war auch das Programm für mich an Dichte schwerlich zu übertreffen! Das ist in diesem Fall keine negative Kritik!

Am Ankunftstag besichtigten wir den Museumsfrachter CAP SAN DIEGO, den Windjammer Rickmer Rickmers und nach einer Fleet- und Hafenrundfahrt den Museumshafen Oevelgönne. Eine bessere Zusammenstellung hätte man für meine Begriffe nicht finden können. Warum? Die CAP SAN DIEGO hatte ihren Stapellauf 1961, ist in ihrer gesamten Ausstattung daher schon ein eher "modernes" Schiff mit ordentlichen Mannschaftsräumen und einem Komfort, der es auch gestattete, Passagiere an Bord zu nehmen, der Dreimastsegler RICKMER RICKMERS hingegen ist ein Schiff aus 1896 mit einer entsprechend für unsere Verhältnisse miserablen Ausstattung was die Unterkünfte der Besatzung betrifft. Für mich war gerade dieser Kontrast sehr wichtig, weil gerade sogenannte "Landratten" sehr oft vergessen, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Seefahrt früher stattfand. Auch in historische Arbeiten fließt diese Sichtweise sehr selten ein. Die Hafenrundfahrt war ein Erlebnis der besonderen Art: Zum einen, weil es immer kälter wurde, zum anderen, weil der Kapitän ein Original war. Noch nie habe ich in Hamburg so eine witzige, pointierte, wenn auch nicht objektive Erklärung des Hafens erlebt. Den Menschen sollte man sich merken! Im Museumshafen Oevelgönne schlug mein Herz höher, obwohl ich wegen des anhaltenden schlechten Wetters und der Kälte bald das Weite bzw. das Café-Schiff Bergedorf suchte. Wird unser Verein es auch schaffen, in Korneuburg so ein Museum aufzubauen!?! Das wäre wunderbar, aber sicher nur mit viel Engagement von uns allen zu schaffen!

Der zweite Tag war den Museen gewidmet. Im Museum für Hamburgische Geschichte führte uns ein junger von der Sache begeisterter Mann durch eine beeindruckende Sammlung. Man möge mir verzeihen, dass ich als eingefleischte "Eisenbahnerin" der größten Modelleisenbahnschau Europas einen ausführlichen Besuch abstatten musste. Das Altonaer Museum war unsere nächste Station. Leider erging sich der Führer im Saal der Gallionsfiguren bereits in eher philosophischen Betrachtungen, was sich in den weiteren Sälen fortsetzen sollte. Den anschließenden Besuch in der Galerie Maritim genossen vor allem die Männer der Reisegruppe. Ein Teil der Teilnehmer zog einen Hafenspaziergang vor.

Der dritte Tag barg für mich, und ich glaube auch für alle anderen, die absolute Überraschung: Dass die Sammlung des Peter Tamm umfangreich sein würde, wussten wir sicher alle: Aber diese Fülle hatte wohl keiner erwartet! Es war so überwältigend, dass ich für meine Person nicht sagen könnte, welcher Teil des Hauses mich am meisten beeindruckt hat.

Dieser Bericht kann nur in groben Zügen das wiedergeben, was wir alles gesehen haben, würde man ins Detail gehen, könnte unsere nächste Publikation gefüllt werden. Nur eines möchte ich noch zum Abschluss sagen: Auch die Abende waren ausgesprochen interessant und unterhaltsam. Es wäre schön, wenn bald wieder so eine Fahrt stattfinden könnte!